Wisst ihr eigentlich, dass im Augburger Dom auch ein Igel zu finden ist? Ihr werdet es erfahren. Wir trafen uns vor dem Haupteingang, dem Südportal des Dom‘s und Sr. Hannah zeigte und erklärte uns, dass der Dom aus zwei Teilen besteht.

Links von den Türmen befindet sich der ältere Teil, der in romanischem Baustil errichtet wurde. Im Zuge großer Umbaumaßnahmen im Jahr 1356 wurde der Dom um den Ostchor erweitert und im gotischen Baustil umgestaltet. Der Anbau reichte so weit in die Straße hinein, sodass die Augsburger Stadtherren und Bürger ein Durchgangsrecht vom Süd- zum Nordportal erwirkten. Jahrhunderte lang durften die Einheimischen mit Sack und Pack durch die Marienkathedrale fahren. Alleine die Vorstellung davon fanden wir ziemlich kurios und belustigend zugleich.

Auf dem großen und prächtigen Südportal oder auch Marienportal genannt, finden sich viele Szenen aus dem Leben Mariens. Zwei Löwenköpfe zieren links und rechts die Türflügel.

Wir betraten nun den Dom durch das Südportal und wandten uns nach rechts. Unser Rundgang begann mit den im Umgang befindlichen Kapellen. Insgesamt sind es sieben Kapellen die durch schmiedeeiserne Gitter abgeschlossen sind. Einige Kapellen wurden von Handwerkszünften mehr oder weniger prunkvoll ausgestattet.  Zum Beispiel war die Lukaskapelle die Kapelle der Maler, die Annakapelle die der Bäcker, die Gertrudkapelle die der Gärtner, die Augustinus Kapelle die der Brauer und Metzger.

Nur ein paar Schritte weiter kamen wir zu einer Treppe mit einer roten Türe. Sr. Hannah zeigte uns hier, wo sich denn nun der Igel im Dom befand. An ebendiesem Türrahmen kann man ihn erkennen. Er dient als Schutz vor dem Bösen (das Wort Igel bedeutet Schlangenfresser und die Schlange gilt in der Religion als das Böse). Hinter dieser roten Türe befindet sich der Altarraum mit dem steinernen Bischofsstuhl und das Chorgestühl.

Unsere Entdeckungsreise geht weiter. Im Mittelgang an den vorderen Pfeilern befinden sich vier Tafelbilder von Hans Holbein, die auch wieder Geschichten aus dem Leben Mariens zeigen. Lässt man von hier aus den Blick nach oben schweifen, sieht man fünf farbige Prophetenfenster. Von links nach rechts zeigen sie die Propheten Jona, Daniel, Hosea, David und Mose. Ganz vorne im Chorraum steht ein großes Kreuz, es zeigt uns Jesus und die 12 Apostel.

Der Krypta statteten wir natürlich auch einen Besuch ab. Die große Steinplatte am Boden erinnert an Bischof Simpert.

Rechts neben dem Zugang zur Krypta konnten wir uns die Ahnengalerie der Bischöfe ansehen. Links neben der Krypta ist das riesige Wandbild des Hl. Christophorus.

Erwähnen möchte ich auch noch, dass sich im Dom ein 7-armiger Leuchter für das Judentum und auch eine sogenannte Türken Fahne mit dem muslimischen Glaubensbekenntnis in arabischer Sprache, für den Islam befinden.

Unser Fazit, ein Besuch im Augsburger Dom lohnt sich immer.

Wir bedanken uns bei Sr. Hannah für die sehr spannende und interessante Stunde im Augsburger Dom.