Am Samstag, den 28.02.2026 besuchten wir eine der ältesten Kirchen Augsburgs. Eine besondere Herausforderung bestand allerdings an diesem Tag für uns alle, wie wir dorthin kommen, da durch den Streik

der gesamte Nahverkehr lahmgelegt war. Wie schön war es doch zu sehen, dass wir (16 Leute) es geschafft hatten, die Strecke zu Fuß
oder per Fahrrad zurückzulegen, und so konnten wir uns jetzt gemeinsam auf die Führung freuen.

Herr Stefan Dumont erwartete uns vor der Kirche und führte uns in einer sehr kurzweiligen Stunde, mit viel Charme, Witz und Herzblut, durch die Geschichte von St. Moritz. Diese reicht bis in das Jahr 1019 zurück. In der Zeitspanne von damals bis heute wurde das Gebäude immer wieder zerstört, neu aufgebaut, vergrößert, umgestaltet. Der letzte große Umbau mit einer umfassenden Neugestaltung begann 2008 mit der Planung, die allein schon zwei Jahre in Anspruch nahm. Im Jahr 2013 konnte St. Moritz wieder geöffnet werden. Die Neugestaltung übernahm der Londoner Architekt John Pawson. Der heute sehr modern wirkende Sakralraum mit historischem Bestand und einzigartigem Lichtdesign wurde bereits vielfach international ausgezeichnet. Für die Neugestaltung wurden Materialien wie portugiesischer Kalkstein, dunkel gebeizte Eiche und der Halbedelstein Onyx für die Fenster und Teile des Tabernakels verwendet.

Nach Betreten der Kirche kamen wir in den Vorraum und wandten uns nach links. Hier befindet sich die Taufkapelle, ein kleiner, schlichter heller Raum, in dessen Mitte das Taufbecken steht. Darüber öffnet sich in einer Kuppel ein Lichtraum. Ein weiterer Durchgang
von dort, führte uns ins nördliche Seitenschiff. Richtet man den Blick geradeaus kann man gegenüber, an der Ostseite die Kreuzkapelle sehen. Das Kreuz aus dieser Kapelle befindet sich momentan im Chorraum, da während der christlichen Fastenzeit die Figur des
Auferstandenen Salvators (1634 von Georg Petel) verdeckt ist.
Weitere Figuren von Georg Petel sind der Hl. Christophorus an der Westwand des nördlichen Seitenschiffs und der Hl. Sebastian an der Westwand des südlichen Seitenschiffs. Das Mittelschiff, ausgestattet mit dunkel gebeizten Bänken strahlt eine geborgene Wärme aus
und ermöglicht Ruhe und Konzentration auf das Wesentliche. An den Seitenwänden stehen auf Stehlen acht Apostelfiguren (von Ehrgott Bernhard Bendel). Vier weitere Apostelfiguren sind leider seit dem 2. Weltkrieg zerstört bzw. verschollen. Im südlichen Seitenschiff befindet sich die Marienkapelle, mit der in einem gut gesicherten Schrein, silbernen Madonna aus dem 15. Jahrhundert.
Auch gibt es eine Beichtkapelle im südlichen Seitenschiff, ein Raum, in dem man auf gewohnte Weise beichten, oder aber sich mit einem Seelsorger zu einem Beichtgespräch zusammensetzen kann. Auf Beichtstühle wie sonst in Kirchen üblich wurde im Kirchenraum
verzichtet. Der Innenhof, den wir danach besichtigten, der auch von John Pawson gestaltet wurde, mutet asiatisch an, mit dem Steinbelag aus Schiefer, in deren Mitte ein Baum und eine Schale stehen.

Erwähnenswert und interessant über die Geschichte von St. Moritz ist auch, dass sie für die Familie Fugger zur wichtigsten Kirche wurde, nachdem St. Anna evangelisch wurde. Sie nutzten die Kirche als Pfarrkirche für Taufen und Begräbnisse, stifteten eine Predigerstelle
und finanzierten Orgeln. Sie unterhalten dort bis heute die sogenannte „Fuggerloge“, die sich rechts über dem Chorgestühl befindet.

Nach dieser sehr informativen Stunde ließen wir den Nachmittag im Café Eber ausklingen.

Wir bedanken uns herzlich bei Ursel und Hans für die Organisation.